Die Integrative Lawinenkunde basiert auf drei Säulen, die den gesamten Prozess von der Tourenplanung bis zur Nachbereitung umfassen:
Verhältnissen: Analyse des Lawinenlageberichts, Wetterberichts, Schneeprofilen und eigener Beobachtungen
Gelände: Kartenstudium, Identifizierung von Schlüsselstellen, Entscheidungspunkten und Alternativen
Mensch: Berücksichtigung der Ziele, Motive, Kompetenzen und Gruppendynamik der Teilnehmer
als Planungsrahmen mit flexibler Anwendung
Kriteriengeleitete Beurteilung der Lawinenwahrscheinlichkeit und der Konsequenzen an Schlüsselstellen
Strukturierter Entscheidungsprozess, der die Lawinensituation, die Gefahr und die Konsequenzen abwägt
Bewusster Verzicht auf Algorithmen und starre Entscheidungsregeln
Geeignete Maßnahmen zur Risikoreduktion, bis hin zum Verzicht auf die Tour
Reflexion als zentraler Bestandteil des Lernprozesses
Nachbesprechung mit der Gruppe zur gemeinsamen Analyse der Tour
Selbstreflexion des Tourenführers zur kritischen Bewertung eigener Entscheidungen und Handlungen
Gewinnung von Erkenntnissen für zukünftige Touren und Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen