Integrative Lawinenkunde

Ein ganzheitlicher Ansatz für sichere Touren

Die Integrative Lawinenkunde ist ein in Österreich entwickelter Ansatz zur Schnee- und Lawinenausbildung, der bestehende Methoden und Systeme integriert und eine einheitliche Lehrmeinung für alle maßgeblichen Ausbildungsorganisationen anstrebt. Sie stellt keine neue Lawinenkunde dar, sondern bündelt das Beste aus verschiedenen Ansätzen, um die Entscheidungsfindung in lawinengefährdetem Gelände zu optimieren.

Entstehung und Zielsetzung

Die Initiative zur Entwicklung der Integrativen Lawinenkunde ging vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung aus, das im Oktober 2018 ein erstes Treffen mit Vertretern der größten Ausbildungsorganisationen in Österreich initiierte. Ziel war es, eine gemeinsame Grundlage für die Lawinenausbildung zu schaffen. Aus diesem Treffen entstand eine Arbeitsgruppe, die in enger Zusammenarbeit über zwei Jahre hinweg die Integrative Lawinenkunde erarbeitete.

Für wen ist die Integrative Lawinenkunde?

Die Integrative Lawinenkunde richtet sich nicht an Skitourenanfänger oder Gelegenheitstourengeher. Sie setzt ein gewisses Maß an Fachwissen und Erfahrung voraus und ist konzipiert für:
  • Instruktoren
  • Bergführer
  • Erfahrene Tourengeher mit soliden Kenntnissen in Schnee- und Lawinenkunde
Integration bedeutet die Herstellung einer Einheit aus einzelnen Elementen, die Eingliederung in ein Ganzes.
Ein bedeutungsvolles Thema, nicht nur in der Lawinenkunde. In der Geschichte wohl das erste Mal dürfte es gelungen sein, einen gesamtheitlichen Ansatz der Lawinenkunde über alle im Führungswesen ausbildenden Verbände und Vereine zu legen.
Albert Leichtfried
Ausbildungsleiter der österreichischen Bergführerausbildung
Quelle: Integrative Lawinenkunde (2021), bergundsteigen #113

Die drei Säulen: Planen - Entscheiden - Lernen

Die Integrative Lawinenkunde basiert auf drei Säulen, die den gesamten Prozess von der Tourenplanung bis zur Nachbereitung umfassen:

#1 Planen

Detaillierte Tourenplanung unter Berücksichtigung von: 

 Verhältnissen: Analyse des Lawinenlageberichts, Wetterberichts, Schneeprofilen und eigener Beobachtungen
 Gelände: Kartenstudium, Identifizierung von Schlüsselstellen, Entscheidungspunkten und Alternativen
 Mensch: Berücksichtigung der Ziele, Motive, Kompetenzen und Gruppendynamik der Teilnehmer

Grafische Reduktionsmethode (GRM)

als Planungsrahmen mit flexibler Anwendung

#2 Entscheiden

  Kriteriengeleitete Beurteilung der Lawinenwahrscheinlichkeit und der Konsequenzen an Schlüsselstellen
  Strukturierter Entscheidungsprozess, der die Lawinensituation, die Gefahr und die Konsequenzen abwägt
  Bewusster Verzicht auf Algorithmen und starre Entscheidungsregeln
  Geeignete Maßnahmen zur Risikoreduktion, bis hin zum Verzicht auf die Tour

#3 Lernen

  Reflexion als zentraler Bestandteil des Lernprozesses
  Nachbesprechung mit der Gruppe zur gemeinsamen Analyse der Tour
  Selbstreflexion des Tourenführers zur kritischen Bewertung eigener Entscheidungen und Handlungen
  Gewinnung von Erkenntnissen für zukünftige Touren und Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen

Integrative Lawinenkunde und andere Methoden

Die Integrative Lawinenkunde versteht sich nicht als Ersatz für bestehende Methoden, sondern als Ergänzung und Erweiterung. Sie stärkt den analytischen Zugang, behält aber gleichzeitig Reduktionsmethoden in der Tourenplanung bei. So können verschiedene Ansätze wie Stop or Go, W3 oder Snowcard nebeneinander existieren und sich gegenseitig ergänzen.

Lernziele unserer digitalen Lawinentrainings

auf Basis der integrativen Lawinenkunde

#1

WISSEN

Nach unseren digitalen Lawinentrainings kannst du eine Tour planen inklusive Routenplanung und Navigation.

#2

ERKENNEN

Du erhältst die Fähigkeit den Lawinenlagebericht zu interpretieren, Entscheidungen zu treffen und Menschen einzuschätzen.

#3

HANDELN

Du bewertest das Risiko und triffst Entscheidungen auf echten Hängen, unter echten Bedingungen.

#4

REFLEKTIEREN

Du erhältst eine Auswertung über die Qualität deiner Entscheidungen.

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